Die Basis stärken – mit smartem Talentmanagement
Die meisten Talentmanagementsysteme wurden nicht für diejenigen entwickelt, die täglich „an vorderster Front" arbeiten – und dabei oft den größten Beitrag leisten. Es ist an der Zeit, das zu ändern – und das volle Potenzial dieser Mitarbeiter zu entfalten.

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Mitarbeiter in operativen Rollen sind das Rückgrat jedes Unternehmens. Sie begrüßen Kunden, bauen, bedienen, kümmern sich – sie halten die Wirtschaft am Laufen. Ob im Gesundheitswesen, in der Logistik oder im Einzelhandel: An der Basis entscheidet sich täglich, wie stark ein Unternehmen wirklich ist.
Ich sage immer: Meine Treue zu einem Café hängt davon ab, ob mir der Barista einen „off-menu“-Eiskaffee zaubert – vermutlich liegt das an meinen mediterranen Wurzeln. Es sind genau diese Menschen, die den Unterschied machen.
Doch wenn es um ihre Fähigkeiten, ihre Entwicklung oder Karriere geht, arbeiten viele dieser Mitarbeiter mit Tools, die nicht für sie gemacht sind. Es ist höchste Zeit, das zu ändern.
Die übersehene Mehrheit – mit gewaltigem Potenzial
Mitarbeiter an der Basis stellen rund 80 % der weltweiten Belegschaft. Kein Rechenfehler – sie sind mit Abstand die größte Gruppe. Und doch hält sich hartnäckig der Mythos, sie interessierten sich nur für den nächsten Schichtplan oder Gehaltsscheck.
Die Realität sieht anders aus: Laut einer Dayforce-Umfrage unter mehr als 6.900 operativen Mitarbeitern weltweit wollen 65 % sich innerhalb ihres Unternehmens weiterentwickeln. Trotzdem erreicht laut McKinsey weniger als jeder Vierte dieses Ziel. Das liegt nicht an fehlender Ambition – sondern an mangelnder Aufmerksamkeit.
Diese Mitarbeiter wollen bleiben, sich einbringen, wachsen. Aber sie brauchen die richtigen Bedingungen, um das zu tun.
Es mag oft gesagt worden sein, aber es bleibt wahr: Wenn die Beschäftigten vor Ort keine Perspektive sehen, fehlt der Antrieb, täglich das Beste zu geben. Und wenn sie gehen, verlieren Unternehmen nicht nur Know-how, sondern auch eingespielte Prozesse, Kundenbeziehungen – und wertvolle Energie.
Auch Führungskräfte geraten unter Druck
Die Vernachlässigung der operativen Mitarbeiter betrifft auch deren Vorgesetzte. Sie stehen oft zwischen allen Stühlen: Sie sollen Leistung steigern, Schichtpläne optimieren, das Team motivieren – und das alles mit begrenzten Ressourcen und wenig Rückhalt. Kein Wunder also, dass viele Mitarbeiter den Eindruck haben, ihre Führungskräfte seien nicht wirklich engagiert.
Doch das greift zu kurz. Es geht nicht um schlechte Führung – sondern um Führungskräfte, die überfordert sind, weil sie nicht die richtigen Werkzeuge haben. Genau wie ihre Teams brauchen sie Systeme, die zu ihrem Alltag passen. Tools, die nicht nur kontrollieren, sondern beim Coachen unterstützen. Die befähigen, statt nur zu fordern.
Falsche Tools für den Job
Stellen Sie sich vor: Sie geben einem Gabelstaplerfahrer einen Bleistift und erwarten, dass er Paletten bewegt. Einer Krankenschwester drücken Sie statt eines Blutdruckmessgeräts eine Excel-Tabelle in die Hand. Absurd? Genau das passiert täglich – wenn Mitarbeiter an vorderster Front mit Systemen arbeiten sollen, die für Büroangestellte entwickelt wurden.
Leistungsmanagement, das seitenlange Formulare verlangt. Lernplattformen, die stundenlange Konzentration voraussetzen. Karrierepfade, die eher nach Konzernrichtlinie als nach echter Entwicklung klingen.
Solche Tools mögen im Büroalltag funktionieren – aber nicht auf dem Shopfloor, im Lager oder auf der Station. Und eine App daraus zu machen, macht sie noch lange nicht tauglich für den harten Alltag vor Ort.
Hinzu kommt: Es gibt oft zu viele Systeme. Laut aktueller Dayforce-Studie zur Komplexität im Arbeitsalltag stimmen rund 70 % der Beschäftigten zu, dass in ihrem Unternehmen zu viele verschiedene Technologien im Einsatz sind.
Talentmanagement, das an der Basis wirkt
Damit Talentmanagement beim Einsatz an der Basis wirklich funktioniert, muss es sich an drei Dingen orientieren: dem Ort, an dem gearbeitet wird, der Art der Tätigkeit – und der Technologie, die alles verbindet.
1.Der Arbeitsplatz – dort, wo echte Arbeit passiert
Arbeit vor Ort findet nicht im Büro statt, sondern mitten im Geschehen: im Lager, am Fließband, am Krankenbett oder in der Werkhalle. Es sind Umgebungen, die nicht flexibel sind – Mitarbeiter passen sich ihnen an, nicht umgekehrt. Die meisten sind ständig in Bewegung, ohne Schreibtisch, ohne festen PC-Platz. Deshalb braucht Lernen hier einen anderen Ansatz.
Statt stundenlanger Schulungen im Konferenzraum braucht es Microlearning direkt im Arbeitsfluss. Ein QR-Code an der Maschine führt zu einem 60-Sekunden-Video. Ein Produktschild wird zum Einstieg in ein kurzes Upselling-Training. Eine Pflegekraft bekommt per SMS einen hilfreichen Kommunikationstipp. Lernen muss leicht zugänglich, schnell konsumierbar und direkt einsetzbar sein – nur so erreicht es die Menschen im richtigen Moment.
2.Die Tätigkeit – was Leistung wirklich ausmacht
Arbeit an vorderster Front ist taktisch, synchron und teamorientiert. Erfolg wird nicht durch lange PowerPoint-Folien definiert, sondern durch reibungslose Abläufe, präzises Timing und messbare Ergebnisse. Und das geht oft nur im Team. Ob Logistik, Wartung oder Produktion – ohne Koordination läuft nichts.
Gutes Leistungsmanagement erkennt das an. Es funktioniert dann, wenn Feedback direkt dort passiert, wo Leistung entsteht: auf der Fläche. Ein Lagerleiter schickt ein schnelles Audio-Feedback. Eine Hotelmitarbeiterin bekommt digital ein Lob für ihr Engagement. Peer-Feedback entsteht spontan – nicht im Jahresgespräch, sondern direkt nach dem gelungenen Einsatz. So wird Leistung sichtbar, spürbar und motivierend.
3.Die Technik – Werkzeuge, die zur Realität passen
Technologie muss zu den Menschen passen, nicht umgekehrt. Frontline-Mitarbeiter brauchen Tools, die einfach, schnell und zuverlässig funktionieren – auch mit Handschuhen, im Schichtbetrieb oder ohne ständigen Gerätezugriff. Mobile-First ist nicht in jeder Branche die beste Lösung. In der Produktion etwa sind sprachgesteuerte Systeme oft hilfreicher als Touchscreens.
Was zählt, ist technologische Relevanz. Eine Anwendung muss intuitiv, schnell und vernetzt sein. Sie sollte operative Daten und HR-Informationen zusammenführen, statt neue Silos zu schaffen. Und sie muss mitdenken: Ein Gabelstaplerfahrer sollte seine Schulung per Scan absolvieren können, nicht über einen Laptop. Eine Pflegekraft sollte den Dienstplan mit wenigen Klicks prüfen – ohne sich erst einloggen zu müssen.
Die richtige Technologie stört nicht, sie fließt in den Arbeitsalltag ein. Sie ergänzt, statt zu unterbrechen. Und genau das ist die Voraussetzung, damit Talententwicklung an der Basis nicht nur möglich, sondern selbstverständlich wird.
Mehrwert mit Weitblick – wenn Talentmanagement an der Basis gelingt
Talentmanagement richtig umzusetzen, ist kein Nice-to-have – es ist ein echter Wettbewerbsvorteil. Wer in das Wachstum seiner Mitarbeiter an der Basis investiert, profitiert gleich mehrfach: von höherer Mitarbeiterbindung, zufriedeneren Kunden und messbar besseren Geschäftsergebnissen. Das zeigen Studien immer wieder.
Unternehmen, die das ernst nehmen, bauen Kulturen des Vertrauens, der Resilienz und der Innovation auf. Sie schaffen Bedingungen, in denen Menschen nicht nur funktionieren – sondern aufblühen. Und genau diese Menschen sind es, die das Unternehmen Tag für Tag am Laufen halten.
Der Effekt? Eine klare Win-Win-Situation. Oder, um es mit einem Augenzwinkern zu sagen: Fragen Sie meinen Barista – er kennt sich mit exzellentem Timing und Kundenbindung bestens aus.
Neugierig geworden? Dann lassen Sie uns persönlich sprechen. Besuchen Sie meine Session auf der Dayforce Discover 2025 – vom 6. bis 9. Oktober im Wynn Las Vegas – und tauschen Sie sich mit uns direkt vor Ort aus.
Ein herzliches Dankeschön an Benjamin Kuester und Geoff Bakken für ihre wertvollen Beiträge und die starke Zusammenarbeit bei der Entwicklung unseres Vortrags für Dayforce Discover 2025.